Was nützt ein EAP?

EAPs werden als Unterstützungsmöglichkeit für Mitarbeiter schon seit vielen Jahrzehnten eingesetzt. Gleichzeitig ist eine beträchtliche Anzahl wissenschaftlicher Studien zu dem Thema entstandenen.

Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien belegt, dass ein EAP das Potenzial hat, wichtige Kennwerte ihrer Organisation positiv zu beeinflussen.

Auswirkungen eines EAPs: Produktivität

Wer sich Sorgen macht, bedrückt ist und Probleme im Kopf wälzt, kann bei der Arbeit nicht 100% geben. Ein EAP kann zur Bewältigung von Sorgen und Problemen beitragen und so die Arbeitsleistung wiederherstellen. In einer Studie von 2015 konnten Lerner et al. [1] in einer qualitativ hochwertigen Studie nachweisen, dass ein EAP die Arbeitsleistung zu einem guten Teil wiederherstellt.

 

Auswirkungen eines EAPs: Fehlzeiten

Wer unter privaten und/oder beruflichen Problemen leidet wird auch schneller krank – seelisch ebenso wie körperlich. Ein gutes EAP kann Mitarbeitern helfen Stress und Belastung zu reduzieren und auf diesem Wege die Fehlzeiten verringern. Eine aktuelle Studie von 2018 [2] liefert einen nach state-of-the-art erbrachten Beleg dieser Annahme: Personen weisen nach der Beratung 35% weniger Fehlzeiten auf, als davor. Bei Personen, die keine Beratung genutzt haben, aber ähnliche Probleme hatten, blieben die Fehlzeiten unverändert.

 

Auswirkungen eines EAPs: Arbeitsunfälle

Oft sind es nicht mangelnde Sicherheitsvorkehrungen, sondern mangelnde Konzentration, Fahrigkeit und Erschöpfung, die Arbeitsunfälle verursachen. Ein für ihre Organisation passendes EAP kann die Konzentrations- und Arbeitsfähigkeit erhalten. Das Journal of Safety Research veröffentliche dazu 2016 [3] eine Studie, die zeigt, dass Unternehmen in Bereichen mit höheren Gefahren für Arbeitsunfälle (z.B. Produktion oder Logistik) deutlich niedrigere Unfallraten aufweisen, wenn ein EAP vorhanden ist. 

 

Auswirkungen eines EAPs: Mitarbeiterbindung

Vor allem psychische Erkrankungen bergen immer ein hohes Risiko, dass sie sich chronifizieren. Wie die Bundespsychotherapeutenkammer berichtet [4], sind Depressionen mittlerweile die häufigste Ursache für Frühverrentungen. Dabei stehen wirksame Methoden zur Behandlung zur Verfügung und früh erkannt muss eine Depression nicht zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen. Ein wirksam in Ihre Organisation integriertes EAP, kann ungewollte Fluktuation verringern und wertvolle Mitarbeiter langfristig an Ihre Organisation binden -  das zeigt beispielsweise eine Untersuchung in einem Krankenhaus [5].   

Auswirkungen eines EAPs: ROI

Der Return-on-Investment eines EAPs ist umstritten. Wobei umstritten heißt, dass man sich nicht darüber einig ist wie hoch er nun wirklich ist. Während die eine Studie zu dem Ergebnis kommt, dass ein EAP lediglich kostenneutral sei [6], sprechen andere von einem ROI von bis zu 1 : 8,7 [7]. Das würde bedeuten, dass Sie für jeden Euro, den Sie in das EAP investierten Euro 8,7€ wieder herausbekommen. Insgesamt betrachtet, zeigt sich, dass ein EAP einen finanziellen Beitrag leistet. Wie hoch dieser ist, unterscheidet sich von Fall zu Fall.

 

Ob Ihre Organisation wirklich den potenziellen Nutzen eines EAPs ausschöpfen kann, hängt davon ab, ob sie einen zu Ihrer Organisation passenden und fähigen Anbieter auswählen und wie Sie das EAP in Ihre Organisation integrieren. Und das ist keine leichte Aufgabe.

 

Wie finde ich das richtige EAP für mein Unternehmen? 

 

Sie wollen mehr über den wissenschaftlich belegten Nutzen eines EAPs erfahren und hätten gerne ausführliche Informationen zu wissenschaftlichen Studien?

 

 

Quellen:

[1] Lerner, D., Adler, D. A., Rogers, W. H., Chang, H., Greenhill, A., Cymerman, E., & Azocar, F. (2015). A randomized clinical trial of a telephone depression intervention to reduce employee presenteeism and absenteeism. Psychiatric Services, 66(6), 570-577.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25726984

 

[2] Nunes, A. P., Richmond, M. K., Pampel, F. C., & Wood, R. C. (2018). The effect of employee assistance services on reductions in employee absenteeism. Journal of Business and Psychology, 33(6), 699-709.

https://link.springer.com/article/10.1007/s10869-017-9518-5

 

[3] Waehrer, G. M., Miller, T. R., Hendrie, D., & Galvin, D. M. (2016). Employee assistance programs, drug testing, and workplace injury. Journal of Safety Research, 57, 53-60.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27178080

 

[4] Bundespsychotherapeutenkammer (2013). BPtK-Studie zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit - Psychische Erkrankungen und gesundheitsbedingte Frühverrentungen.

http://www.bptk.de/uploads/media/20140128_BPtK-Studie_zur_Arbeits-und_Erwerbsunfaehigkeit_2013_1.pdf

 

[5] Bruhnsen, K. (1994). Michigan study shows EAP clients use less sick leave, stay longer. EAPA Exchange, 24(8), 11-27.

 

[6] Blaze-Temple, D., & Howat, P. (1997). Cost benefit of an Australian EAP. Employee Assistance Quarterly, 12(3), 1-24.

https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1300/J022v12n03_01

 

[7] Morneau Shepell (2014). The return on investment for Employee and Family Assistance Programs. 

http://www.morneaushepell.com/sites/default/files/documents/3115-return-investment-employee-and-family-assistance-programs/9979/roiefapmorneaushepell.pdf