Was bietet ein EAP?

Der europäische Dachverband der EAP-Anbieter, das European Employee Assistance Forum (EAEF), definiert bestimmte folgenden Leistungskomponenten über die jedes EAP verfügen sollte:

Oder was sollte ein EAP bieten? Die Antworten werden sich unterscheiden, je nachdem wen sie fragen. Der europäische Dachverband der EAP-Anbieter, das European Employee Assistance Forum (EAEF), definiert bespielweise die folgenden Leistungskomponenten eines EAPs [1]:

 

Organisationsanalyse:

Der EAP-Anbieter sollte zum Beginn der Zusammenarbeit mit dem Kundenunternehmen eine Organisationsanalyse durchführen, um spezielle Problemfelder und Bedürfnisse des Kundenunternehmens zu identifizieren und das Angebot darauf anzupassen.

 

Leistungsbeschreibung:

Der EAP-Anbieter sollte eine gut verständliche, für mehrere Zielgruppen (Führungsebene, Betriebs- und Personalräte, interne Anlaufstellen, Mitarbeiter) geeignete Leistungsbeschreibung zur Verfügung stellen.

 

Kommunikationspaket:

 

Der EAP-Anbieter sollte ein auf die Kundenorganisation maßgeschneidertes Kommunikationspaket bereitstellen um alle Mitarbeiter und alle Ebenen über die Einführung des Programms zu informieren. Neben Werbematerialien sollten auch Infoveranstaltungen für Mitarbeiter, Führungskräfte und Funktionsträger Bestandteil des Paketes sein.

 

Nutzungsstatistiken:

Anonymisierte Nutzungsstatistiken, die u.a. Auskunft über die folgenden Punkte liefern, sollten vom EAP-Anbieter regelmäßig (viertel-, halbjährlich oder jährlich) zur Verfügung gestellt werden:  

  • die Anzahl der Mitarbeiter, die die Beratung genutzt haben,

  • die Anzahl der Beratungsstunden,

  • demographische Durchschnittwerte der Nutzer,

  • die Verteilung der Beratung auf verschiedene Problemfelder, 

  • aus den Gesprächen erkennbare Trends und Risiken für den Kunden.

 

Kurzzeitberatung:

Kurzzeitberatung durch qualifiziertes Personal, die auf ein festes Stundenkontingent beschränkt ist (3-10 Beratungsstunden) und über verschiedene Kanäle (z.B. Face-to-Face, telefonisch, Video) erbracht werden kann.

 

Überweisungen für weitergehende Behandlung:

Der EAP-Anbieter sollte in der Lage sein, auf qualifizierte Weise in die reguläre Behandlung durch Psychologen und Ärzte zu vermitteln, wenn das Problem den Rahmen einer Kurzzeitberatung sprengt.

 

Organisationsberatung:

Aufgrund seiner Erfahrung mit den Nutzern der Beratung, sollte der EAP-Anbieter in der Lage sein, die Kundenorganisation regelmäßig hinsichtlich Risikomanagement, Organisationproblematiken und der Verbesserung der Arbeitsleistung zu beraten.

 

Trainingsangebote:

Der Anbieter sollte Trainingsangebote, die die Beratungsfelder des EAPs flankieren, bereitstellen oder zumindest vermitteln können.

 

Kriseninterventionen:

Der EAP-Anbieter kann spezielle Formate (z.B. Beratung direkt beim Unternehmen Vor-ort) zur Intervention bei besonders belastenden Ereignissen bereitstellen oder vermitteln.

Ob Ihr Unternehmen wirklich einen Anbieter benötigt, der alle diese Punkte erfüllt, wage ich zu bezweifeln.

 

Wenn Sie z.B. über eine gut funktionierende Personalentwicklung verfügen, brauchen Sie kein EAP, das Trainings anbietet. Die Krisenintervention wiederum ist ein Bestandteil, den sich viele Unternehmen wünschen, den aber nicht alle Anbieter gleichermaßen leisten können. Welche Leistungen für Ihre Organisation entscheidend sind, lässt sich nur individuell und nach Betrachtung vieler Faktoren klären. Angepasst und richtig implementiert kann ein EAP zu einem hilfreichen und umfassenden Personalmanagementool werden.

 

 

Wie finde ich das richtige EAP für mein Unternehmen?

 

Der Leistungsumfang beeinflusst natürlich auch die Kosten des EAPs. Erfahren Sie mehr:

 

Was kostet ein EAP?

 

 

 

 

 

Quellen:

[1] Leistungskomponenten eines EAPs:

https://eaef.org/about-eaef/