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  • Zieringer, Robert

Wissenschaft trifft Praxis - was nützt Mitarbeiterberatung?

Aktualisiert: März 17

Mitarbeiterberatungsprogramme, sogenannte Employee Assistance Programme (EAPs), helfen Mitarbeitern in schwierigen Lebenslagen. Mitarbeiter können sich unabhängig von Fachleuten, oft Psychologen, Ärzten oder Pädagogen beraten lassen - auf Kosten des Arbeitgebers, der weder erfährt wer die Beratung genutzt hat, noch was dort genau besprochen wurde.


Mitarbeiter - oder seien wir ehrlich: gerade auch Mitglieder der Mitarbeitervertretungen - fragen sich da natürlich schnell, warum der Arbeitgeber so nett sein und einen solchen Service anbieten sollte. Alles einfach nur Altruismus?


Nicht ganz! Tatsächlich belegt eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien belegt, dass ein EAP wichtige Kennwerte einer Organisation positiv beeinflussen kann.


Produktivität

Wer sich Sorgen macht kann bei der Arbeit nicht voll bei der Sache sein. Ein EAP kann zur Bewältigung von Sorgen und Problemen beitragen und so die Arbeitsleistung wiederherstellen. In einer 2015 durchgeführten qualitativ hochwertige Studie konnten Lerner et al. [1] nachweisen, dass ein EAP die Arbeitsleistung zu einem guten Teil wiederherstellt.


Fehlzeiten

Private und/oder berufliche Problemen können krank machen – seelisch ebenso wie körperlich. Ein gutes EAP kann Stress und Belastung reduzieren und Fehlzeiten verringern. Bestes Beispiel ist eine aktuelle Studie (2018) [2]: Personen weisen nach der Beratung 35% weniger Fehlzeiten auf, als davor. Bei Personen, die keine Beratung genutzt haben, aber ähnliche Probleme hatten, änderte sich nichts an den (hohen) Fehlzeiten.


Arbeitsunfälle

Mangelnde Konzentration, Fahrigkeit und Erschöpfung sind ebenso riskant wie mangelnde Sicherheitsvorkehrungen. Ein für Ihre Organisation passendes EAP kann die Konzentrations- und Arbeitsfähigkeit erhalten. Das Journal of Safety Research hat dazu 2016 [3] eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass Unternehmen in Bereichen mit höheren Gefahren für Arbeitsunfälle (z.B. Produktion oder Logistik) deutlich niedrigere Unfallraten aufweisen, wenn sie ein EAP haben. 


Fluktuation

Depressionen stellen mittlerweile die häufigste Ursache für Frühverrentungen dar [4]. Dabei stehen wirksame Methoden zur Behandlung zur Verfügung und früh erkannt muss eine Depression nicht zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen. Ein wirksam in Ihre Organisation integriertes EAP, kann ungewollte Fluktuation verringern und wertvolle Mitarbeiter langfristig an Ihre Organisation binden -  das zeigt beispielsweise die untenstehende Untersuchung in einem Krankenhaus [5].   


ROI

Wie hoch ist der Return-on-Investment eines EAPs eines EAPs? Während die eine Studie zu dem Ergebnis kommt, dass ein EAP lediglich kostenneutral sei [6], sprechen andere von einem ROI von bis zu 1 : 8,7 [7]. Das würde bedeuten, dass Sie für jeden Euro, den Sie in das EAP investierten Euro 8,7€ wieder herausbekommen. Betrachtet man alle Studien im EAP-Bereich, können Sie mit Gewissheit davon ausgehen, dass ein EAP einen finanziellen Beitrag zu Ihrer Organisation leisten kann.


Ob Ihre Organisation wirklich den potenziellen Nutzen eines EAPs ausschöpfen kann, hängt davon ab, ob sie einen zu Ihrer Organisation passenden und fähigen Anbieter auswählen und wie Sie das EAP in Ihre Organisation integrieren. Und das ist keine leichte Aufgabe.


Mehr Informationen zur Mitarbeiterberatung und zur psychischen Gesundheit bei der Arbeit finden Sie unter diesem Link.


Sie wollen mehr über den wissenschaftlich belegten Nutzen eines EAPs erfahren und hätten gerne ausführliche Informationen zu wissenschaftlichen Studien?


Dann kontaktieren Sie mich gerne hier auf der Webseite.


Quellen:

[1] Lerner, D., Adler, D. A., Rogers, W. H., Chang, H., Greenhill, A., Cymerman, E., & Azocar, F. (2015). A randomized clinical trial of a telephone depression intervention to reduce employee presenteeism and absenteeism. Psychiatric Services, 66(6), 570-577. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25726984


[2] Nunes, A. P., Richmond, M. K., Pampel, F. C., & Wood, R. C. (2018). The effect of employee assistance services on reductions in employee absenteeism. Journal of Business and Psychology, 33(6), 699-709. https://link.springer.com/article/10.1007/s10869-017-9518-5


[3] Waehrer, G. M., Miller, T. R., Hendrie, D., & Galvin, D. M. (2016). Employee assistance programs, drug testing, and workplace injury. Journal of Safety Research, 57, 53-60. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27178080


[4] Bundespsychotherapeutenkammer (2013). BPtK-Studie zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit - Psychische Erkrankungen und gesundheitsbedingte Frühverrentungen. http://www.bptk.de/uploads/media/20140128_BPtK-Studie_zur_Arbeits-und_Erwerbsunfaehigkeit_2013_1.pdf


[5] Bruhnsen, K. (1994). Michigan study shows EAP clients use less sick leave, stay longer. EAPA Exchange, 24(8), 11-27.


[6] Blaze-Temple, D., & Howat, P. (1997). Cost benefit of an Australian EAP. Employee Assistance Quarterly, 12(3), 1-24. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1300/J022v12n03_01


[7] Morneau Shepell (2014). The return on investment for Employee and Family Assistance Programs. http://www.morneaushepell.com/sites/default/files/documents/3115-return-investment-employee-and-family-assistance-programs/9979/roiefapmorneaushepell.pdf


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