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  • Zieringer, Robert

EAP-Audit, Teil 1: Wie Sie ihre Mitarbeiterberatung (EAP) unter die Lupe nehmen

Aktualisiert: Feb 14


Mitarbeiterberatungsprogramme, sogenannte Employee Assistance Programme (EAPs), helfen Mitarbeitern in schwierigen Lebenslagen. Mitarbeiter können sich unabhängig von Fachleuten, oft Psychologen, Ärzte oder Pädagogen beraten lassen - auf Kosten des Arbeitgebers, der weder erfährt wer die Beratung genutzt hat, noch was dort genau besprochen wurde.


Aber das wissen Sie natürlich, denn Ihre Organisation verfügt ja schon über ein EAP.


Wie erkennen Sie nun, ob es Verbesserungsbedarf bei Ihrem an Angebot an Ihre Mitarbeiter gibt? Was sind die Zeichen eines mangelhaften Services? Und was zeichnet eine gute Mitarbeiterberatung aus?


Ob Sie Ihre Mitarbeiterberatung als gut, schlecht oder mittelmäßig zu beurteilen ist, hängt natürlich davon ab, welche Erwartungen Sie an die Zusammenarbeit haben. Verstehen Sie ihr EAP als Feuerwehr, die man nur anruft, wenn’s wirklich brennt, werden Sie schon zufrieden sein, wenn jeder weiß, dass es ein EAP gibt und sich ab und zu ein Mitarbeiter meldet.


Der Anspruch vieler erfolgreicher Unternehmen ist aber höher, als nur eine „Notrufnummer“ am schwarzen Brett hängen zu haben. Sie wünschen sich einen strategischen Partner, der nicht nur ihre Mitarbeiter in allen Fragen der Gesundheit, sondern auch Sie in allen Fragen der Personalarbeit unterstützen kann. Von diesem Anspruch gehe ich im Folgenden aus.


Vor Ort

Damit ihr EAP-Anbieter Sie in allen Fragen der Personalarbeit beraten kann, ist es unabdingbar, dass regelmäßig ein Mitarbeiter des EAPs bei Ihnen vor Ort ist. Mindestens an den Hauptstandorten. Idealerweise steht die Mitarbeiterberatung auch mit weiteren Personen aus Ihrer Organisation, z.B. dem Betriebs- oder Personalrat, dem arbeitsmedizinischen Dienst oder HR an allen Ihren Standorten in Kontakt. Eine Studie zeigte: Die regelmäßige Anwesenheit des Anbieters führte zu einer mehr als 4 Mal so hohen Nutzung des Angebotes! [1]

​Wissen Sie, an wen Sie sich bei Ihrem EAP-Anbieter immer wenden können? Wenn nicht, sollte das Ihnen zu denken geben.


Nutzung des Angebotes

Ihr EAP-Anbieter sollte Ihnen regelmäßig aussagekräftige Nutzungsberichte zur Verfügung stellen. Damit Sie wirklich Trends in der Inanspruchnahme beobachten können, sollten Sie die Berichte mindestens halb-, am Besten sogar vierteljährlich erhalten.

Wie viel Prozent Ihrer Belegschaft das Angebot idealerweise nutzen sollte, müssen Sie selbst definieren.

Aber der Anteil der Bevölkerung in Deutschland, die innerhalb eines Jahres unter einer psychischen Erkrankung leidet, liegt bei 27,7% [2]!

​Ein Großteil der betroffenen Personen sucht sich keine Hilfe im öffentlichen Gesundheitssystem und sollte eigentlich den Weg zu Ihrer Mitarbeiterberatung finden.

Denn der Zugang zur Psychotherapie im öffentlichen Gesundheitssystem ist (leider immer noch) mit Scham und viel Mühe behaftet. Der Zugang zu Ihrem EAP-Anbieter sollte leichtfällig und niedrigschwellig sein.

Nimmt also nur ein kleiner Bruchteil Ihrer Belegschaft das EAP in Anspruch, dann erreicht das EAP wohl kaum alle Personen, die von dem Angebot profitieren können. Und was keiner nutzt, nützt nichts.


Passung zu Ihren Zielen

Der EAP-Anbieter sollte Sie bei der Erreichung der Ziele Ihrer Organisation und Ihrer Abteilung unterstützen können. 

Wollen Sie die berufliche und persönliche Entwicklung Ihrer Mitarbeiter fördern? - Was bietet Ihr EAP-Anbieter in Sachen Coaching und Seminaren an?

Sie wollen eine gesunde Führungskultur etablieren? - Hat Ihr EAP-Anbieter ein extra Angebot für Führungskräfte und wie gut wird dieses in Anspruch genommen?

Geben Sie sich nicht mit zu wenig zufrieden!


Zieringer Consulting unterstützt Sie bei der Auditierung Ihrer aktuellen Lösung. Dabei wird der Anbieter nach einem umfassenden Kriterienkatalog, nach seiner bisherigen Leistung, seiner Integration in ihr Unternehmen und der Passung zu Ihren Unternehmenszielen und am aktuellen Marktangebot beurteilt.



Nehmen Sie Kontakt auf!



Viele weitere nützliche Informationen zum Thema EAP-Audit finden Sie hier.




Quellen:

[1] Burnus, M., Benner, V., Kirchner, D., Drabik, A., & Stock, S. (2012). Feldvergleich von zwei Zugangskonzepten zur betrieblichen Mitarbeiterberatung mit dem Ziel der Stressintervention im Haus eines Versicherungskonzerns-Steigerung der Inanspruchnahme durch Direktansprache der Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Versicherungsmedizin, 64(1), 17-22.

http://www.gesunde-firma.de/media/10953/publikation-versicherungsmedizin-2012-846723.pdf

[2] Jacobi, F., Höfler, M., Strehle, J., Mack, S., Gerschler, A., Scholl, L., ... & Maier, W. (2014). Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung. Der Nervenarzt, 85(1), 77-87.

https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00115-013-3961-y



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