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  • Zieringer, Robert

11 Maßnahmen um Ihre Belegschaft vor dem Coronavirus zu schützen

Aktualisiert: März 23

In mittlerweile 159 Ländern grassiert der neuartige Coronavirus Sars-CoV2. Weltweit sind bereits fast 190.000 Fälle und 8000 Tote registriert und auch Deutschland bleibt nicht verschont. Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Bundesländer betroffen, es gibt über 7000 bestätigte Fälle, darunter 12 mit tödlichem Ausgang [1] (Stand: 17.03.2020). Die mittlerweile als Pandemie eingestufte Viruserkrankung sorgt weltweit für Angst und Verunsicherung. Besonders dramatisch ist der Virus durch seine hohe Ansteckungsrate: Jeder Erkrankte infiziert durchschnittlich drei weitere Menschen [2]. Die größte Frage: Wie können wir uns vor der Infektion und der weiteren Ausbreitung schützen?


Karte der WHO mit Zahl der Infizierten weltweit (Stand 17.03.20)

Mundschutz tragen – ja oder nein? Oder gilt das überhaupt nur für bereits Infizierte? Nach jedem Sozialkontakt in Desinfektionsmittel baden? Oder reicht es aus, gründlich die Hände zu waschen? Und was tun, wenn das Desinfektionsmittel überall ausverkauft ist? Die Welt scheint wie auf den Kopf gestellt. Von einem auf den anderen Moment dreht sich alles um den neuartigen Coronavirus. Doch mit den täglich neuen Debatten, Erkenntnissen und Ratschlägen steigt auch die Verwirrung, wie denn nun mit der akuten Bedrohung einer Infektion umzugehen ist.



Besonders herausfordernd zeigt sich der Umgang mit dem Coronavirus am Arbeitsplatz. Es gilt, alle Mitarbeitende bestmöglich vor einer Infektion zu schützen, um ihr persönliches Wohl und das Wohl des Unternehmens sicherzustellen – womit die gesamte Organisation, Führungskräfte und Mitarbeitende vor eine große Herausforderung gestellt werden.


Diese elf Maßnahmen sind laut dem Amerikanischen Center for Disease Control and Prevention (CDC) wirklich effektiv, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern [3]:


1. Das Wichtigste im Kampf gegen eine Ansteckung sind gründliche Hygiene-Maßnahmen. Fordern Sie alle Mitarbeitenden zur regelmäßigen und gründlichen Handhygiene auf und

erinnern Sie z.B. mit Anleitungskärtchen an den Waschbecken daran. Berührungen im Gesicht sollen vermieden, auf Körperkontakt (z.B. Handschlag) verzichtet und Menschenansammlungen gemieden werden.


2. Informieren Sie über unternehmensinterne Newsletter alle zuverlässig über die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich des Viruses und Ihrer Schutzmaßnahmen: Schließung von Räumlichkeiten (z.B. Kantine), Orte mit hohem Infektionsrisiko (z.B. Umkleideräume) etc.


3. Damit alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zuverlässig bei sich Anzeichen der Virusinfektion erkennen können, sollten Sie Schulungen zum neuartigen Virus und seinen Symptomen anbieten - auch um Unsicherheit und Angst in der Belegschaft zu reduzieren.


4. Setzen Sie alternative Arbeitsmodelle wie Homeoffice und Telekonferenzen wann immer möglich ein, um den Kontakt und damit ein Ansteckungsrisiko minimal zu halten.


5. Schaffen Sie besonders für Mitarbeitende mit Kindern, deren Betreuung ausfällt, flexible Regelungen.


6. Wenn es dennoch nötig ist im Büro zu arbeiten, sind häufigere Reinigung und Müllentsorgung essenziell. Schaffen Sie zwischen den Arbeitsplätzen möglichst viel Platz.


7. Ermuntern Sie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zuhause zu bleiben, wenn sie sich krank fühlen.


8. Wer Virus-typische Symptome zeigt, sollte mind. 7 Tage zuhause bleiben und sich auf den Virus testen lassen.


9. Führen Sie Gesundheitschecks direkt im Unternehmen durch.


10. Sagen Sie große Versammlungen, Messen oder Konferenzen ab oder verschieben Sie sie.


11. Stornieren Sie nicht unbedingt notwendige Geschäftsreisen.


In unserer Serie zum Coronavirus klären wir auf, mit welchen Regeln Sie den Schutz Ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz gewährleisten und wie Sie mit Hilfe von psychologischem Wissen dafür sorgen, dass die neuen Regeln und Verhaltensweisen wirklich umgesetzt werden. Denn viele dieser scheinbar leichten Regeln scheitern schlichtweg daran, dass sie niemand befolgt.


Dabei kann uns das sogenannte Behaviour Change Wheel [4] helfen, das Verhaltensänderungen auf drei ganz grundlegende Aspekte reduziert:


  1. Wir müssen physisch und psychisch dazu in der Lage sein, das neue Verhalten in die Tat umzusetzen.

  2. Die äußeren Bedingungen müssen das neue Verhalten ermöglichen.

  3. Der Einzelne ist motiviert, das neue Verhalten tatsächlich umzusetzen.


Das Behaviour Change Wheel von Susan Mitchie & Kollegen [4]

Wie Sie das Behaviour Change Wheel nutzen, um die obergenannten Maßnahmen in Ihrer Organisation umzusetzen, erklären wir in den kommenden Artikeln unserer Serie zum Coronavirus.


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Quellen:

[1] World Health Organisation, (2020). Novel Coronavirus (COVID-19) Situation. https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd


[2] Robert Koch Institut (2020). SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText3


[3] Centers for Disease Control and Prevention: Implementation of Mitigation Strategies for Communities with Local COVID-19 Transmission https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/downloads/community-mitigation-strategy.pdf


[4] Michie et al.: The behaviour change wheel: A new method for characterising and designing behaviour change interventions. Implementation Science 2011 6:42. Doi: 10.1186/1748-5908-6-42.

https://link.springer.com/article/10.1186/1748-5908-6-42

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